Im Kanton Luzern konnten bis anhin 19 Fledermausarten nachgewiesen werden. Darunter sind auch einige schweizweit seltene Arten, für die der Kanton Luzern eine spezielle Verantwortung trägt, wie beispielsweise die Breitflügelfledermaus oder die Mückenfledermaus. Die deutlich häufigste Art im Kanton Luzern ist die Zwergfledermaus, von der relativ viele Verstecke bekannt sind. Die Abendsegler-Arten und die Rauhautfledermaus kommen vorwiegend zur Überwinterung zu uns und sind über den Sommer kaum anzutreffen. Beobachtungen und Meldungen von Fledermaus-Quartieren nehmen wir sehr gerne entgegen.
Die Zwergfledermaus ist im Kanton Luzern sehr häufig anzutreffen.
Über den ganzen Kanton verteilt sind Wochen-stuben bekannt.
Die Rauhhautfledermaus ist im Kanton Luzern vor allem als Herbst- und Wintergast anzutreffen. Oft findet man diese Art zu dieser Zeit in Holzbeigen.
Es sind keine Wochenstuben bekannt.
Dem Kleinen Abendsegler begegnet man ab und zu als Freifund oder in Gesellschaft mit Grossen Abendseglern in Baumhöhlen.
Die Art ist aber selten bei uns.
Der Grosse Abendsegler ist im ganzen Kanton jagend zu beobachten. Nicht häufig sind Quartiere. Da diese Art für die Fortpflanzung während der Sommerzeit vorwiegend gegen Nordosteuropa zieht, werden in der Schweiz nur selten Wochenstubenquartiere entdeckt.
Im Herbst tauchen die Abendsegler dann wieder auf. Winterschlafquartiere in Bäumen oder an Gebäuden sind einige wenige bekannt.
Von der Nordfledermaus sind im Kanton Luzern bis anhin nur Einzeltiere beobachtet worden. Sie scheint sich bei uns vor allem in den Voralpengebieten wohl zu fühlen.
Die zierliche Bartfledermaus ist in der Schweiz weit verbreitet. Auch im Kanton Luzern trifft man sie regelmässig an und es sind auch mehrere Wochenstuben bekannt. Unter an-derem hinter dem Zifferblatt der Kirche in Egolzwil.
Die Wasserfledermaus ist zwar an praktisch allen stillen und ruhig fliessenden Gewässern im Kanton jagend anzutreffen und gehört wohl zu den häufigeren Arten im Kanton Luzern. Wochenstubenquartiere sind allerdings nur drei bekannt. Eines davon befindet sich an einem der Wahrzeichen von Luzern: an der Kapellbrücke!
Den Fransenfledermäusen begegnen wir leider immer wieder, wenn sie an den Fliegenklebe-fallen in Ställen kleben bleiben. Sie suchen nämlich sehr gerne in den Ställen nach schla-fenden Fliegen. Was also die Schwalben am Tag erledigen, übernehmen die Fransenfleder-mäuse in der Nacht.
Quartiere sind im Kanton Luzern selten. Meldungen sind deshalb äusserst wertvoll!
Das Braune Langohr ist mit zahlreichen Wochenstubenquartieren im Kanton Luzern vertreten. Am ehesten wird man ihm auch in Estrichen von Bauernhäusern oder Kapellen- und Kirchendachstöcken begegnen. Die Zahl der bekannten Wochenstuben ist in den letzten Jahren jedoch kleiner geworden.
Die typische Dachstockbewohnerin ist auch in Fledermaus- oder Vogelkasten anzutreffen.
Bioakustisch konnte die Alpenfledermaus bei uns mehrmals nachgewiesen werden. 2012 wurde in Escholzmatt ein geschwächtes Alpenfledermaus-Weibchen aufgefunden und bei der Pflegestation gemeldet. Bei diesem Findling, der anschliessend wieder vor Ort freigelassen worden ist, ist es bisher geblieben.
Früher war diese bedrohte Fledermausart auch im Kanton Luzern noch heimisch. Seit den 80er Jahren ist sie jedoch verschwunden. Nun breitet sie sich in den Nachbarkantonen wieder aus. Im 2023 konnten wir wieder eine erste Wochenstube im Kanton Luzern nachweisen.
Eine Kolonie Kleiner Hufeisennasen in einem Dachstock
Hier finden Sie weitere Angaben zu allen 30 bis anhin in der Schweiz nachgewiesenen Fledermausarten
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